Beschreibung
Alba Terra – Eine Geschichte aus der Erde
Vor mehr als 2500 – 2800 Jahren, dort wo heute unsere Reben stehen, lag eine kleine Siedlung. Keine Mauern aus Stein, kein Lärm – nur Häuser aus Holz und Lehm, geformt von Händen, die das Leben kannten. Der Rauch der Feuerstellen zog abends langsam über das Land, vermischte sich mit dem Duft von Erde, Kräutern und reifenden Trauben.
Hier lebte ein Mädchen.
Sie war etwa acht Jahre alt. Ihre Tage begannen mit dem ersten Licht. Barfuß lief sie über den warmen Boden, kannte jeden Pfad, jeden Stein. Sie sammelte Holz, beobachtete die Erwachsenen bei der Arbeit, lauschte den Geschichten am Feuer. Vielleicht lachte sie oft. Vielleicht war sie stiller, als andere. Sicher ist nur: Sie gehörte dazu.
Die Menschen lebten im Einklang mit dem, was sie umgab. Die Jahreszeiten bestimmten alles. Der Sommer schenkte Fülle, der Winter forderte Stärke. Die Erde war nicht Besitz – sie war Ursprung, Schutz und Schicksal zugleich.
Als das Mädchen starb, wurde die Siedlung still. In einer solchen Gemeinschaft war jeder Mensch ein Teil des Ganzen. Ihr Verlust war spürbar – nicht nur in den Herzen, sondern im Alltag selbst.
Und doch geschah etwas Besonderes.
Man brachte sie nicht weit weg. Man legte sie nicht an einen Ort des Vergessens. Stattdessen bettete man sie mitten in der Siedlung zur Ruhe. Dort, wo das Leben weiterging. Dort, wo Feuer brannten, Stimmen klangen und Schritte den Boden berührten.
Vielleicht wollte man sie nah behalten. Vielleicht glaubte man, dass sie weiterhin Teil der Gemeinschaft sei. Dass sie im Boden ruht – und doch im Leben bleibt.
Die Jahre vergingen.
Die Häuser verschwanden.
Die Stimmen verstummten.
Die Erde schloss sich sanft über allem.
Jahrtausende später wurde dieser Ort wieder geöffnet. Beim Bau unserer Kellerei kam sie ans Licht – still, unversehrt in ihrer Haltung, als hätte sie die Zeit einfach durchschlafen. Neben ihr Spuren des Lebens: Keramik, Feuerstellen, Holzpfähle. Zeichen einer Welt, die längst vergangen schien – und doch genau hier war.
Diese Begegnung hat uns berührt.
Alba Terra ist aus diesem Moment entstanden. Ein Wein als Erinnerung, als Verbindung zwischen damals und heute.
Muscat bringt die Leichtigkeit – fast wie ein Hauch von Blüten und Luft, etwas Flüchtiges, Zartes. Petite Arvine gibt dem Wein Tiefe, Struktur und eine salzige, mineralische Spannung – wie der Boden selbst, der alles bewahrt hat.
Der Ausbau in der Amphore lässt den Wein so entstehen, wie es einst gewesen sein könnte: unverfälscht, ruhig, im Dialog mit der Erde.
Im Glas erzählt er leise von diesem Ort.
Von Wärme und Staub.
Von Leben und Vergänglichkeit.
Von einem Kind, das geblieben ist.
Alba Terra – ein Wein, der nicht nur wächst, sondern erinnert.











